Aspekte der Wortwahl und des Satzbaus
Neben der Reflexion der verwendeten Begriffe und Konzepte im Hinblick auf Mehrdeutigkeiten sind folgende weitere Punkte zu beachten bei der Formulierung von Fragen:
Vorsicht ist bei moralisch aufgeladenen Formulierungen geboten, da hier nichtindendierte Nuancierungen mitschwingen können. Foddy (1993: 45) verweist in diesem Zusammenhang auf Fragebogenforschungen, die zeigen, dass „erlauben“ eben nicht als Gegenteil von „verbieten“ zu verstehen ist, da letzteres eher negativ, ersteres aber stark positiv besetzt ist.
Auf die Verständlichkeit von Fragen wirken sich auch Länge und komplexe Strukturen negativ aus. Darüber hinaus sollte eine Frage nicht aus mehreren Unterfragen bestehen, da diese die Beantwortung erschweren. (Beispiel: „Würden Sie weiche Drogen für den Privatgebrauch legalisieren, nicht aber für den Gebrauch in der Öffentlichkeit?“). Uneindeutige Antworten entstehen häufig auch aus der Verwendung von Verneinungen in der Frage, die mit den Antwortkategorien zu missverständlichen Doppelverneinungen führen können (Beispiel: „Drogen sollen nicht verboten werden.“ Was bedeutet dann die Antwort „stimme zu“, was „lehne ab“?).
Wenn die Befragung mündlich durchgeführt werden soll, sollten Erläuterungen für die Antworten am Satzanfang platziert werden, um einer Beant-wortung der Frage mitten drin entgegen zu wirken. (Beispiel: Anstelle von: „Wie lange brauchen Sie für den Weg zur Arbeit – Hin- und Rückfahrt?“ „Wenn Sie Hin- und Rückfahrt zusammen rechnen, wie lange brauchen Sie für den Weg zur Arbeit?“).
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